Parodontose (falsch: Paradontose), so die verbreitete, aber nicht ganz korrekte Selbstdiagnose vieler "Zahnfleischbluter", ist neben der Karies die verbreitetste Zahnerkrankung. Sie ist aber eben nicht eine Erkrankung des Zahnes selbst, sondern setzt als Entzündung am Zahnfleisch an und heißt dann korrekt: Gingivitis; greift der Entzündungsprozess auf das Zahnbett über, handelt es sich um eine Parodontitis und wenn das Zahnfleisch ohne erkennbare Entzündungsanzeichen zurückgeht und Zahnfleischtaschen bildet, um die so genannte Parodontosis.
Parodontalerkrankungen sind in vielen Fällen Ursache für den Zahnverlust besonders bei Erwachsenen ab dem 35. Lebensjahr. Weiterhin sind Parodontalerkrankungen eng mit Herz-/Kreislauferkrankungen, Frühgeburten oder Diabetes verknüpft. Eine Parodontitis steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes und AtemwegserkrankungenParodontitiserreger fördern Gefäßerkrankungen, indem sie sich über die Blutbahn ausbreiten und in Gefäße eindringen. Auch Rauchen spielt bei der Entstehung einer Parodontitis eine entscheidende negative Rolle.
Der zahnärztliche Befund einer auch Parodontose genannten Erkrankung wird in Codes von null bis vier klassifiziert. Code 0 steht für gesundes Zahnfleisch, Code 1 und 2 weisen auf eine Zahnfleischentzündung oder auch Gingivitis hin, die unbehandelt zu einer Parodontitis führt.
Bei Code 3 und 4 sind weitergehende Untersuchungen nötig, da sie auf eine mittelschwere bis schwere Parodontitis hinweisen.
Wird bei einer schweren Parodontitis nicht ärztlich eingegriffen, wird nach und nach die Wurzelhaut, das gesamte Zahnbett und schliesslich der Kieferknochen angegriffen und zerstört (Alveolarknochendestruktion). Dieser sogenannte Paradontale Screening Index - PSI - ist eine sehr einfache Methode zur Bewertung des Zahnfleischzustands. Siehe auch Diabetes. Hauptverursacher einer Parodontitis und Periimplantitis sind Mikroorganismen wie Bakterien, die bereits aus der Parodontologie bekannt sind: Actinobacillus actinomycetem comitans, Prophyromonas gingivalis, Tannerella forsythensis, Peptostreptococcus micros und Fusobacterium nucleatum.
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